Freitag, 27. Februar 2009

Tag 5

Heute Morgen kam ich nicht so richtig aus dem Bett. Csilla hat’s dann aber doch irgendwann geschafft und nach dem Frühstück (Ich hab mich getraut, die Nudelsuppe zu essen.. scharf und Fleisch am Morgen ist definitiv nicht mein Fall) haben wir uns trotz dicker Regenwolken auf Richtung Macau gemacht. Cecilia, die dort geboren ist, hat uns eine präzise Anleitung gegeben, wie man zu dem (Überraschung - ) Einkaufszentrum kommt, an das die Fähre angegliedert ist. Das haben wir also prima geschafft. Aber dann waren wir überfordert: Tausende Reisebüros, Fährenschalter und andere ähnlich aussehende Shops. Wo sollten wir nun hin gehen. Ich habe dann einen Polizisten gefragt und er hat uns nach hinten links geschickt, da gab es aber nur einen Schalter der Turbojets. Wir waren wieder extrem verunsichert und haben noch mal nachgefragt, aber auch diesmal sollten wir zu den Turbojets gehen. Also, liebe zukünftige Macau-Reisende die Fähre ist in dem Fall ein Roter TurboJet und man muss nicht zu dem Ferry-Schalter gehen, der fährt nämlich nur nach Taipa (klingt komisch, ist aber so). Nach Zollkontrolle, bei der man uns unsere Hongkong-Visa abnahm (Csilla reagierte hieraus leicht nervös) saßen wir dann in der Fähre. Eigentlich wollte ich die Zeit nutzen endlich meine Postkarten alle zu schrieben, aber aufgrund des unruhigen Seegangs haben ich nach Postkarte zwei abgebrochen und noch ein kleines Nickerchen gehalten, Nach einer Stunde Fahrtzeit waren wir dann auch schon da. Schnell bemerkten wir, wie Weise der Entschluss war, doch aufzubrechen, denn während Hongkong kühl (22°C) und bewölkt war, strahlte und die Macauer Sonne entgegen und wir hatten nahezu 30 °C. Wie gut, dass ich aufgrund der Hongkonger Witterungsverhältnisse lange Hose und Pullover anhatte...

Abgefangen wurden wir von Macauern, die uns unbedingt eine Standrundfahrt aufschwätzen wollten, die wir erstmal hartnäckig wieder loswerden mussten. Anschließend setzten wir uns in ein Taxi und ließen uns zum Largo de Senado fahren. Statt fleißig Fotos zu machen sind wir aber erstmal in den angrenzenden Esprit-Laden gegangen und haben uns umgesehen... Unverrichteter Dinge ging es dann mitsamt tausender anderer Touristen Fotos vom Senat machen. Auch hier waren die Seitenstraßen wieder mit Marktständen bevölkert. Csilla wollte ein Tuch für ihre Mutter kaufen, als ein freundlicher Chinese uns irgendwann darauf aufmerksam machte, dass Csillas Rucksack sperrangelweit offen stand... Sie stellte sicher, dass nichts fehlte, war sich aber sicher ihn zugemacht zu haben. Also wurde der Rucksack zum Bauchsack und wir sind vorsichtig weiter in unserer Expedition. Wieso hat uns eigentlich niemand gesagt, wie steil Hongkong und auch Macau sind? Immer, wenn ich hier von Stadtbesichtigungen spreche sollte es eigentlich Bergwanderung heißen. In Hongkong fällt das bei den hohen Häusern kaum auf und durch zahlreiche U-Bahn- Rolltreppen und sonstige Systeme kommt man ach gut drumrum... aber heute sind wir echt den ganzen Tag gekraxelt... bei 30 Grad in dicken Klamotten

Aber es hat sich gelohnt... Mit all den portugiesischen Straßenschildern und Gebäuden kamen wir uns richtig „zu Hause“ in Europa vor und wir haben es geschafft, alle wichtigen Stellen nicht über die Touristenpfade, sondern durch kleine Hintergässchen zu erreichen. Den schwersten aufstieg unternahmen wir zuerst und so landeten wir am Fortaleza do Monte. Hier und im umgebenden Jardim e Gruta Louis de Camoes haben wir dann ein mittägliches Picknick veranstaltet (Wasser und Müsliriegel) und sind dann über Treppen runter zur Fassadenruine von Sao Paulo, Auf dem Weg wurden wir von 2 Mönchen angequatscht, die uns unbedingt dazu bringen wollten ihnen 50 Euro für ihr Kloster zu spenden und hierfür allewiglich Glück zu erlangen. Auch die mussten wir wieder loswerden und kamen dann endlich an Sao Paulo an. Nachdem wir uns diese Mauer angesehen haben sind wir über den Touristenpfad zurück und haben Süßigkeiten gekauft

Dann haben wir uns wieder an dem Platz vor dem Largo de Senado wieder, Wir wollten zum A Ma Tempel und mussten uns erstmal orientieren, dabei sind wir in den Leal Senado und dessen zauberhaften Hinterhof geraten und haben hier erstmal eine kurze Pause eingelegt und Orchideen fotografiert.Dann sind wir mitten durch die Altstadt, haben zufällig noch eine Richtig schöne Kirche entdeckt und spontan besichtigt. Diese Mischung aus europäisch und chinesisch war auch da besonders gut zu sehen... Schon komisch, wenn Maria mit Orchideen geschmückt ist. Danach sind wir den Berg wieder runter gegangen und sind dann am Wasser entlang ins Villenviertel geraten... bergsteigend sind wir auch hier querfeldein marschiert und irgendwann waren wir dann am Hafen, an dem die Portugiesen im 15. Jahrhundert erstmals in Macau ankamen.


Hier gegenüber befanden sich auch das Maritim-Museum und der A Ma Tempel, den wir endlich gefunden hatten. Brav wie auch vorher versagte meine Kamera beim Anblick des Tempels und so schlenderten wir nur noch einfach bewaffnet durch die Tempelanlage. Irgendwo sollte es ein Schildkrötenbecken geben, bei dem man die Schildkröten mit Geldstücke abwerfen muss, um Glück zu haben, leider haben wir das nicht gefunden. Als wir raus wollten war das Tor verschlossen, ein Wärter kam aber angeeilt und hat uns raus gelassen. Da es schon spät geworden war (18 Uhr) beschlossen wir, nicht mehr nach Taipa zu fahren und haben ein Taxi zur Fähre genommen. Von dort wieder den Weg zurück und an unserer U-Bahn-Station haben wir dann beschlossen, in „u wir, ersteres zog sich dann bis halb elf hin. Wie hatten Dim Sum (davon sind wir beide totale Fans geworden), Aubergine und Kürbis in Knoblauch-Soja-Soße und zum Nachtisch Sesam-Eis (Csilla), Rote Bohnen-Eis (ich) und Reiskuchen, der lecker mit Sesam gefüllt war. Diese Reiskuchen sind total gummiartig, aber sooooo lecker. Das Rezept muss ich mal versuchen herauszubekommen.

Dann nahmen wir ein Taxi zurück und jetzt sind wir wieder im Hotelzimmer. Jetzt müssen wir noch schnell packen, denn morgen früh müssen wir auschecken und dann beginnt schon unser letzter Tag in Hongkong...

1 Kommentar:

  1. Hallo Katrin,
    ich habe heute an euch gedacht und wollte dann dein Blog lesen! Es hört sich alles sehr interessant an. Ich freue mich auf die Fotos von Macau, um vlt. noch etwas Portuguiesisches zu erkennen :) Die Namen kamen mir alle sehr bekannt vor...Sao Paulo, Fortaleza, Camoes, Morro...Viel Spaß noch in Hong Kong und schöne Grüße an Csilla!! LG,Gabriela.

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